Nachhaltiges Bauen: So lassen sich versteckte Risiken schon in der Planungsphase vermeiden
Artikel für Maklerhäuser

Nachhaltiges Bauen: So lassen sich versteckte Risiken schon in der Planungsphase vermeiden

Veröffentlicht am 26. September 2025

Nachhaltiges Bauen eröffnet neue Chancen – birgt aber auch unerwartete Risiken. Stärken Sie die Resilienz Ihrer Kunden bei der Umsetzung von Klimaschutzzielen


Nachhaltiges Bauen

Nachhaltiges Bauen liegt im Trend: Immer mehr Bauunternehmen und Gebäudeeigentümer*innen setzen auf klimafreundliche Lösungen. Die Möglichkeiten in diesem Zusammenhang sind vielfältig – von Solaranlagen bis hin zu CO2-neutralen Neubauten.

Um unsere Kunden zu schützen und ihre Resilienz gegenüber neuen Risiken zu stärken, testen wir diese neuen Baumaterialien, Bauverfahren und Produkte kontinuierlich auf dem rund 650 Hektar großen FM Research Campus.

In diesem Artikel möchten wir Sie mit jüngsten Erkenntnissen aus unserer Forschung dabei unterstützen, Ihre Kunden für mögliche Risiken in Zusammenhang mit häufigen Klimaschutz- und Nachhaltigkeitslösungen zu sensibilisieren. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie als Makler*in Ihren Kunden helfen können, nachhaltige Projekte auf Resilienz auszurichten und in Bauvorhaben sowohl Nachhaltigkeitsziele als auch den Fokus auf Resilienz zu vereinen – gestützt auf die Expertise von FM.

Stärkung der Resilienz beim nachhaltigen Bauen

Nachhaltiges Bauen

FM führt jedes Jahr mehrere Tausend Tests in einer kontrollierten Laborumgebung durch, um die Risiken verschiedener Baumaterialien zu analysieren und ihre Auswirkungen auf die Resilienz der Betriebe unserer Kunden zu bewerten.

Im Rahmen dieser Tests konnten wir in verschiedenen Bereichen feststellen, dass sich durch die Verwendung entsprechender nachhaltiger Materialien und Technologien neue Risiken ergeben können, die womöglich auch für Ihre Kunden relevant sind:

  • Gebäudeintegrierte Photovoltaik (GiPV): Photovoltaikmodule, die in Gebäudekomponenten wie Dächern oder Fassaden integriert werden, um Strom zu erzeugen
  • Batteriespeicher: Batterien zur Speicherung des vor Ort erzeugten Stroms
  • Baumaterialien: Neue Baumaterialien, die für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, zum Beispiel Verkleidungen, Wärmedämmung oder Fassadenkonstruktionen

Viele Produkte dieser Kategorien sind sicher und bieten einen ausreichenden Schutz vor Brand- und anderen Risiken. Aber das trifft nicht auf alle zu. Einige enthalten einen hohen Anteil an Kunststoff und anderen Materialien, die im Brandfall schwerwiegende Auswirkungen haben können.

Um Risiken dieser Art vorzubeugen, empfehlen wir daher bei Bauprojekten eine frühzeitige Einbindung unseres Teams. Gemeinsam können wir sicherstellen, dass bekannte Risiken vermieden werden, etwa durch den Einsatz von Materialien, die von FM Approvals anerkannt sind.

Eine Zusammenarbeit mit unserem Forschungs- und Engineering-Team lohnt sich

Nachhaltiges Bauen

Wenn Kunden Produkte einsetzen, die nicht von FM Approvals anerkannt sind, betrachten wir bei der Bewertung der sich daraus ergebenden Risiken zunächst bereits existierende Forschung und Erfahrung aus der Praxis. Liegen aus unserer bisherigen Forschung keine aussagekräftigen Daten vor, so führen wir zur Einordnung der Risiken auch gezielte, individuelle Tests durch.

Aktuelles Beispiel: Ein Kunde plante die großflächige Installation eines speziellen GiPV-Systems an der Fassade seines Gebäudes. Eine solche Maßnahme wirkt sich naturgemäß auf das Brandrisiko des Gebäudes aus.

Seit mehreren Jahren testen wir verschiedene GiPV-Systeme. Dieser spezielle Typ war jedoch bisher nicht Gegenstand unserer Forschung. Gemeinsam mit dem Kunden beschlossen wir, einen Test zur Messung der Entflammbarkeit durchzuführen. Die kontrollierte Brandprüfung erreichte eine maximale Wärmefreisetzungsrate von über 12.000 Kilowatt – mehr als das 14‑Fache des Grenzwerts von 830 Kilowatt, ab dem ein Produkt diese Prüfung als bestanden gelten würde. Die Wärmefreisetzungsrate überstieg sogar jenen Wert, der beim Brand des Grenfell Tower gemessen wurde.

Anhand dieses Ergebnisses konnten wir zusammen mit dem Kunden geeignete Möglichkeiten zur Risikominderung ermitteln. Für FM ist ein solcher Test ebenfalls von Vorteil: Wir verbessern auf diese Weise unser Verständnis und unsere Empfehlungen hinsichtlich ähnlicher GiPV-Systeme, gleichzeitig erweitern wir aber auch den Katalog der Produkte mit Anerkennung durch FM Approvals.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen für unsere Zusammenarbeit mit Kunden zur Stärkung ihrer Resilienz. Es zeigt, wie sinnvoll es ist, die relevanten Risiken vor Projektbeginn gemeinsam zu identifizieren. Anschließend besprechen wir, mit welcher Bauweise die Risiken am besten minimiert werden können. Bei der Durchsicht der Projektpläne wird schließlich sichergestellt, dass das Konzept auf Resilienz ausgelegt ist.

Sie haben einen Kunden, der von unserer Expertise im Bereich nachhaltiges Bauen profitieren könnte? Dann freuen wir uns, von Ihnen zu hören. Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail. Wir melden uns zeitnah bei Ihnen zurück.

Dieser Text ist Teil einer Artikelreihe von FM, die dazu dient, Makler*innen unseren Ansatz und den Mehrwert, der sich dadurch für ihre gewerblichen Sachversicherungskunden bietet, näherzubringen. Weitere nützliche Einblicke erhalten Sie auch im nächsten Artikel aus dieser Serie. Wir freuen uns über Ihr Interesse.