FM Resilience Index 2026: Klarheit in einer immer komplexeren Risikolandschaft

- Im aktuellen globalen Wirtschaftsumfeld mit den vielen Schwankungen und einer immer komplexeren Risikolandschaft liefert der FM Resilience Index 2026 viele nützliche Einblicke, die Sie bei Ihren Entscheidungsprozessen unterstützen können.
Der Index stuft 130 Länder und Regionen nach der Resilienz ihres Wirtschaftsumfelds ein. Die Rankings basieren auf 18 Resilienzkriterien. Diese lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Makrorisiken einerseits (darunter Inflation oder politische Risiken) und physische Risiken andererseits (z. B. die Exponierung gegenüber Klimarisiken oder die Risikoqualität im Bereich der Brandrisiken). In diesem Jahr spiegeln sich die Auswirkungen anhaltender geopolitischer Spannungen, der allmähliche Rückgang der Inflation und der zunehmende Einsatz neuer Technologien deutlich im Resilience Index wider.
- Dänemark führt die Liste der resilientesten Länder erneut an. Das Land ist im Bereich der Cybersicherheit um 20 Plätze aufgestiegen und konnte sich auch bei den Kriterien „Exponierung Klimarisiken“, „Risikoqualität Klimarisiken“ sowie „Risikoqualität Brandrisiken“ verbessern.
- Singapur erreicht in diesem Jahr insgesamt Rang 3, was auf deutliche Verbesserungen bei verschiedenen Einzelkriterien zurückzuführen ist: Der Inselstaat ist um 35 Ränge bei der Inflation, 12 Ränge im Bereich „Exponierung Klimarisiken“, 7 Ränge beim Kriterium „Risikoqualität Brandrisiken“ sowie 6 Ränge im Bereich „Exponierung Klimawandel“ aufgestiegen.
- Weltweit gewinnt die Datensouveränität eine immer größere Bedeutung. So konnten sich Dänemark und einige weitere Länder im Bereich der Cybersicherheit steigern: Die Niederlande landeten im Vergleich zum Vorjahr 25 Ränge weiter vorne. Spanien kletterte 11 Ränge nach oben. Doch nicht alle Länder in Europa konnten Zuwächse in diesem Bereich verzeichnen: So ist Norwegen in diesem Einzelranking um 11 Plätze abgestiegen, Deutschland musste 7 Ränge einbüßen. Zwar sind diese Länder auch weiterhin bezogen auf das Gesamtranking gut aufgestellt, doch die relativen Rückgänge im Bereich der Cybersicherheit können einen möglichen Hinweis auf vorhandenes Verbesserungspotenzial geben.
- Brasilien ist im Gesamtranking um 14 Plätze gefallen, was vor allem auf Verluste beim Kriterium der Inflation zurückzuführen ist. Hier musste das Land 22 Plätze einbüßen. Auch der Bereich der klimabedingten Risiken gestaltet sich für Brasilien weiterhin schwierig: So ist das Land beim Kriterium „Exponierung Klimarisiken“ um 13 Ränge zurückgefallen und musste jeweils 10 Plätze beim Einzelranking für „Risikoqualität Klimarisiken“ sowie „Exponierung Klimawandel“ einbüßen. Mexiko ist im Gesamtranking um 4 Plätze gefallen und liegt nun auf Rang 80. Maßgeblichen Einfluss hatten hier Rückgänge bei den Makrofaktoren, insbesondere im Bereich der Gesundheitsausgaben sowie der Internetnutzung.
- Die Region 3 der USA ist im Gesamtranking ebenfalls abgestiegen und liegt mit Rang 11 einen Platz hinter der Positionierung vom Vorjahr. Allerdings befinden sich damit nun alle Regionen des Landes außerhalb der Top Ten. Die Region 3 steht für die Bundesstaaten im Zentrum und mittleren Westen der USA. Sie stieg im Bereich „Risikoqualität Klimarisiken“ um 9 Plätze ab und musste daneben einen kleineren Rückschritt im Bereich des Kriteriums „Risikoqualität Brandrisiken“ hinnehmen.
Den vollständigen Index können Sie über fm.com/de/resilienceindex aufrufen. Das interaktive Tool ermöglicht es Ihnen, die gewünschten Daten zum Beispiel zu dem Land, in dem Sie leben oder arbeiten oder in dem Niederlassungen oder Zulieferunternehmen Ihres Betriebs ansässig sind, einzusehen.
Top 10 der Länder mit der größten Resilienz
Auch in der diesjährigen Ausgabe des FM Resilience Index erreicht Dänemark bei der Bewertung der Resilienz des Wirtschaftsumfelds weltweit den ersten Platz. Die weiteren Plätze belegen (in dieser Reihenfolge) Luxemburg, Singapur, Norwegen, die Schweiz, Deutschland, Schweden, Irland, Finnland und Belgien.
Entwicklungen im Bereich einzelner Resilienzkriterien
Der FM Resilience Index berücksichtigt zu gleichen Teilen 18 Resilienzkriterien, anhand derer 130 Länder und Regionen weltweit bewertet werden. Die Gesamtplatzierung eines einzelnen Landes ändert sich aufgrund der angewandten Methodik im Jahresvergleich nicht sprunghaft. So ist es auch bei scheinbar großen Veränderungen in Bezug auf eines der 18 Resilienzkriterien möglich, dass sich dies nur unwesentlich auf die Gesamtplatzierung eines Landes auswirkt. In diesem Abschnitt werden einige der Basisdaten zu einzelnen Faktoren erörtert, die das Risikoprofil eines Landes – wenn auch (bisher) nur moderat – beeinflussen können.
Wasserstress und Brandrisiken
Wasserstress und Brandrisiken sind zwei physische Faktoren, die eng zusammenhängen, und es ist wichtig, dass diese Faktoren bei der Entscheidung zur Errichtung neuer Standorte oder bei der Frage der Risikosenkung berücksichtigt werden. Der enge Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren zeigt sich insbesondere am Beispiel Rechenzentren: Für die verlässliche Kühlung und Brandunterdrückung ist es hier essenziell, dass genügend Wasser zur Verfügung steht. Durch die Abkehr von fossilen Energieträgern und die Umstellung auf Akku-Speichersysteme können weitere Brandrisiken hinzukommen. Verstärkt wird die Exponierung unter Umständen durch ein höheres Risiko für Vegetationsbrände als Folge des Klimawandels sowie eine nicht zeitgemäße Forstwirtschaft.
Dies sind Entwicklungen, die Dr. Louis Gritzo, Staff Senior Vice President, Chief Science Officer, bei FM genau verfolgt. „Es gibt nach wie vor kein besseres Löschmittel als Wasser und in vielen Regionen der Welt herrscht leider Wasserknappheit“, so Gritzo. „Der Klimawandel, der Temperaturanstieg und die zunehmende Elektrifizierung aufgrund des Wandels hin zu nachhaltigen Energieträgern – es gibt viele Faktoren, die hier zusammenspielen und zu einer stark veränderten Risikolandschaft beitragen.“
Zu den Ländern, die beim Kriterium Wasserstress im untersten Drittel landen, gehören China, Deutschland, Mexiko und Spanien. Mexiko nimmt dabei eine Sonderrolle ein, da das Land zudem beim Kriterium „Risikoqualität Brandrisiken“ unter den schwächsten 50 % rangiert. Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate erreichen beim Kriterium Wasserstress – als Nachbarländer in einer Region, die von extremer Trockenheit geprägt ist – alle eine Punktzahl von weniger als 90.
Ein Faktor zur Senkung von Brandrisiken sind effektive Bauvorschriften und ‑standards und hier werden die einzelnen Länder zunehmend aktiv. Die Vereinigten Arabischen Emirate rangieren beim Kriterium „Risikoqualität Brandrisiken“ auf Platz 42, was zum Teil auf die Qualität und Durchsetzung der Bauvorschriften des Landes zurückzuführen ist. In Deutschland und Schweden sind die entsprechenden Regelungen kürzlich überarbeitet worden. Die Niederlande und Polen folgen im kommenden Jahr. Japan konnte das Ranking mit entsprechenden Änderungen bei den eigenen Vorschriften weiter verbessern.
Tipps und Hinweise: Mit den FM Datenblättern zur Schadenverhütung haben Sie Zugriff auf bewährte Engineering-Richtlinien und -Standards, die Sie bei der Reduzierung Ihrer Brand-, Elementar- und Anlagenrisiken unterstützen können. Die Datenblätter basieren auf der umfassenden Erfahrung aus der fast 200-jährigen Unternehmensgeschichte von FM und stehen allen Interessierten kostenlos zur Verfügung.
Energieintensität
Weltweit entstehen immer mehr Rechenzentren. Bei der Standortwahl kommt es insbesondere auch auf eine geringe Energieintensität und eine hohe Energieeffizienz an. Dabei gibt es Länder, die bei der allgemeinen Resilienz und in Bezug auf die Energieintensität gut aufgestellt sind, wie zum Beispiel Dänemark, Irland und die Schweiz. Doch auch mit einer Spitzenposition im Gesamtranking ist bei einigen Ländern Nachholbedarf bei der Energieeffizienz festzustellen.
In diesem Zusammenhang lässt sich Singapur als Beispiel nennen. Der Inselstaat erreicht mit einer Punktzahl von 97,5 im Gesamtranking den dritten Platz. Beim wichtigen Kriterium der Energieintensität landet Singapur hingegen nur auf Rang 116. Belgien, Finnland und Norwegen, die mit den Rängen 10, 9 und 4 im Gesamtranking ebenfalls sehr gut abschneiden, erreichen im Bereich der Energie wiederum überraschend schwache Positionen.
Die USA landen im Bereich der Energieintensität auf Platz 99. Angesichts der hohen Energie-Produktionskapazitäten des Landes zeigt sich damit eine Diskrepanz zwischen dem Produktionsniveau und der Effizienz bei der Nutzung dieser Energie.
Tipps und Hinweise: Unser exklusives Webinar zum Thema Rechenzentren (auf Englisch) bietet Ihnen professionelle Einblicke, die Sie bei der Minimierung Ihrer Risiken und beim Aufbau von Resilienz in Ihren Rechenzentren unterstützen können.
Exponierung Klimarisiken
Weltweit verändert sich das Wetter in rasantem Tempo. Vielen Unternehmen ist die gesamte Tragweite der sich daraus ergebenden Risiken jedoch nicht bewusst, was zu einer Gefahr für die Stabilität wichtiger Niederlassungen und Lieferketten werden kann. Nur mit einem klaren Verständnis der Risiken lassen sich effektive Maßnahmen zur Vorbereitung und zum Aufbau von Resilienz ergreifen.
FM hat kürzlich eine Umfrage unter 800 Risikoverantwortlichen durchgeführt. Darin ging es um die Länder, die für den Geschäftsbetrieb der jeweiligen Unternehmen die größte Relevanz hatten. Die Teilnehmenden sollten anschließend schätzen, zu welchem Anteil die Wirtschaftsaktivitäten dieser Länder Wind- oder Hochwasserrisiken ausgesetzt sind. Das Ergebnis: 74 % der Befragten unterschätzten die tatsächliche Exponierung.
Die größten Lücken in der Risikoeinschätzung zeigten sich in Bezug auf China und Indien, gefolgt von Australien, Kanada und dem Vereinigten Königreich. Von diesen Ländern liegen beim Kriterium „Exponierung Klimarisiken“ nur die Regionen 2 und 3 in Kanada und die Region 3 in Indien unter den resilientesten 100 Ländern und Regionen. Frankreich, Deutschland, Singapur und die USA zeigen jeweils die größte Übereinstimmung zwischen der angenommenen und der tatsächlichen Exponierung. Für das Zentrum und den mittleren Westen der USA wird das Risiko tendenziell überschätzt.
Hervorzuheben ist Chinas starkes Vorgehen bei den Bauvorschriften und -standards zum Schutz vor Elementarrisiken. Während die Umfrage zeigt, dass das Risiko in dem Land eher unterschätzt wird, konnten sich die Regionen 1 und 2 aufgrund dieser Regelungen im Ranking des Resilience Index verbessern.
Tipps und Hinweise: Mit dem NatHaz Toolkit von FM haben Sie Zugang zu kostenlosen Hilfsmitteln, die Sie bei der Vorbereitung auf mögliche Elementarereignisse und Ihrer Planung anschließender Maßnahmen unterstützen können. FM Kunden können zudem den interaktiven Klimaresilienz-Statusbericht nutzen. Das Tool unterstützt Sie bei der Bewertung Ihrer Klimarisiken an allen Ihren Standorten und zeigt Möglichkeiten für die Stärkung Ihrer betrieblichen Resilienz auf.
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