Versicherungsschutz allein schafft noch keine Resilienz

Versicherungsschutz schafft die finanzielle Grundlage, um die Folgen einer Störung zu bewältigen und den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Die Wahrscheinlichkeit eines Schadens zu senken und seine Auswirkungen zu begrenzen, erfordert jedoch zusätzliche Maßnahmen. Unternehmen, die sich nach Störungen besonders schnell erholen, investieren gezielt in beides.
Prävention beginnt vor dem Schaden
Eine gut strukturierte Versicherungspolice deckt Sachschäden ab und gleicht Ertragsausfälle während der Wiederherstellungsphase aus. Die finanzielle Sicherheit, die sie bietet, ermöglicht es Unternehmen, langfristig zu planen, zu investieren und unternehmerische Risiken einzugehen. Ohne diesen Schutz kann ein größerer Schaden die Zukunft des Unternehmens gefährden.
Unternehmen, die nach gravierenden Störungen besonders resilient bleiben, zeichnen sich häufig durch eines aus: Sie wissen schon vor dem Eintritt eines Schadens, wo ihre größten Risiken liegen. Ein Fertigungsunternehmen, das gezielt Maßnahmen zur Verringerung seiner kritischsten Risiken umgesetzt hat, befindet sich in einer grundlegend anderen Ausgangslage als ein Unternehmen, dessen Risikomanagement sich im Wesentlichen auf die Erneuerung des Versicherungsschutzes stützt. Je stärker sich ein Standort verändert, desto schwieriger wird es, neue Risiken zu erkennen, wenn die Risikobewertung noch auf früheren Betriebsbedingungen beruht. Einige der schwerwiegendsten Schwachstellen werden erst sichtbar, wenn gezielt nach ihnen gesucht wird und die entsprechende Fachkompetenz vorhanden ist.
Nicht alle Risiken sind auf den ersten Blick erkennbar
Ingenieur*innen, die Produktionsstandorte regelmäßig bewerten, stellen häufig fest, dass das Risikoverständnis eines Unternehmens nicht immer mit den Erkenntnissen einer Vor-Ort-Bewertung übereinstimmt. Der Grund dafür ist, dass bestimmte Risiken erst mit den richtigen Analysemethoden sichtbar werden.
Typische Beispiele sind:
- Brennbare Flüssigkeiten: Fertigungsunternehmen, die mit Flüssigkeiten mit hohem Flammpunkt arbeiten, nehmen diese im Betriebsalltag häufig nicht als ernstzunehmendes Brandrisiko wahr. Das tatsächliche Risiko wird oft erst sichtbar, wenn Ingenieur*innen analysieren, wie sich eine austretende Flüssigkeit ausbreiten würde und welche Zündquellen sie dabei erreichen könnte.
- Heißarbeiten: Routinemäßige Instandhaltungsmaßnahmen können erhebliche Brandrisiken mit sich bringen, wenn brennbare Materialien nicht im Vorfeld erkannt und entsprechend geschützt werden. Maßnahmen, die auf dem Papier ausreichend erscheinen, weisen in der Praxis häufig Lücken auf, insbesondere bei den Kontrollen nach Abschluss der Arbeiten.
- Szenarien zum erwartbaren Höchstschaden: Unternehmen, die nie analysiert haben, welche Folgen ein Brand hätte, wenn die aktive Brandbekämpfung beim Brandausbruch beeinträchtigt wäre, bewerten ihr Risikoprofil anschließend häufig anders.
Risikobewertungen halten mit dem Wandel nicht immer Schritt
Das Risikoumfeld in der Fertigungsindustrie ist in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Fertigungsstandorte sind heute von kritischen Maschinen und Anlagen abhängig, deren betriebliche Wechselwirkungen in einer Standardbewertung nicht immer vollständig erfasst werden. Gleichzeitig kommen neue Materialien und Produktionsprozesse zum Einsatz, deren Brand- und Schadenpotenziale noch nicht vollständig bekannt sind. Hinzu kommt, dass Anlagen altern und sich gleichzeitig die Lieferzeiten für Ersatzteile und Ersatzkomponenten verlängern. Dadurch entstehen Risikolücken, die sich häufig erst nach Jahren schließen lassen.
Auch die klimabedingten Risiken werden vielfältiger Ereignisse, die früher als unwahrscheinlich galten, treten heute in Regionen auf, in denen Fertigungsunternehmen bislang keine entsprechenden Vorkehrungen treffen mussten. Mit jeder dieser Entwicklungen entstehen neue Risiken an Standorten, deren letzte Bewertung möglicherweise noch aus einer Zeit stammt, als die Rahmenbedingungen deutlich einfacher waren.
Ein Risikomodell, das auf früheren Betriebsbedingungen basiert, bildet die heutige Realität möglicherweise nicht mehr vollständig ab. Neue Technologien, veränderte Produktionsprozesse, sich wandelnde Klimaeinflüsse und alternde Infrastruktur können Risiken mit sich bringen, die bei der ursprünglichen Bewertung noch keine Rolle spielten. Viele Fertigungsunternehmen unterscheiden sich heute deutlich von den Betrieben, für die ihre Risikoprogramme ursprünglich entwickelt wurden. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob sich Risiken verändert haben. Vielmehr geht es darum, ob das Verständnis des Unternehmens für diese Risiken mitgewachsen ist.
Wirksame Prävention basiert auf belastbaren Erkenntnissen
Die Lücke zwischen wahrgenommenen und dokumentierten Risiken lässt sich nur durch fundierte Analysen auf Standortebene schließen. Für viele Fertigungsunternehmen besteht die größere Herausforderung jedoch darin, zu wissen, wo sie ansetzen sollen. Mit FM Essential erhalten Fertigungsunternehmen Zugang zu technischen Bewertungen, die jene Sachrisiken identifizieren und priorisieren, die das größte Schadenpotenzial bergen. Weltweit führen mehr als 1.900 FM Ingenieur*innen jedes Jahr rund 40.000 Standortbewertungen bei Kunden durch. Jede Bewertung liefert dabei Hunderte von Datenpunkten zu Anlagenzustand, Schutzsystemen und betrieblichen Abläufen. Diese standortspezifischen Erkenntnisse schaffen für Risikomanager*innen und CFOs eine solide Grundlage, um gezielt zu entscheiden, wo Investitionen den größten Nutzen bringen.
Die gewonnenen Daten werden mit mehr als 200 Jahren praktischer Erfahrung aus Engineering, Kundenbetreuung und Schadenmanagement kombiniert und mithilfe von KI- und Analysesystemen ausgewertet. Daraus entstehen konkrete und priorisierte Handlungsempfehlungen, die Unternehmen bei ihren Risikoentscheidungen unterstützen.
Transparenz schaffen, wo sie am meisten zählt
Für viele Fertigungsunternehmen besteht die Herausforderung nicht darin, zu erkennen, dass Risiken existieren. Entscheidend ist vielmehr zu verstehen, wo diese Risiken liegen und welche Schwachstellen zuerst angegangen werden sollten. FM Essential wurde entwickelt, um genau diese Transparenz zu schaffen – durch die Kombination von Versicherungskapazität und technischem Risikoverständnis.
FM Essential verbindet wettbewerbsfähige Versicherungskapazitäten mit dem Zugang zu den technischen Erkenntnissen von FM, Schadendaten und fundierten Methoden zur Priorisierung von Risiken. Die Lösung richtet sich an Fertigungsunternehmen jeder Größe, die ihre Risikosituation Schritt für Schritt verbessern möchten, und ist über die Maklerpartner*innen von FM erhältlich.
Mit der Zeit gewinnen Kunden ein klareres Verständnis ihrer Risikosituation und können die wichtigsten Schwachstellen gezielt angehen. Die Datenlage ist eindeutig:
- Standorte, die die technischen Empfehlungen von FM nur in geringem Umfang umsetzen, verzeichnen Schäden siebenmal häufiger als Standorte mit einem hohen Umsetzungsgrad.
- Kommt es zu einem Schaden, fällt dessen Ausmaß bei Standorten mit den schwächsten Präventionsprogrammen dreißigmal höher aus als bei Standorten mit den stärksten.
Versicherungsschutz bleibt dabei ein zentraler Bestandteil. Er wird jedoch Teil eines umfassenderen Ansatzes, der auf belastbaren Erkenntnissen statt auf Annahmen basiert.
Wenn Sie mehr über FM Essential erfahren möchten, sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsmakler bzw. Ihrer Versicherungsmaklerin.