Das KI-Zeitalter gestalten: Resilienz im gesamten Rechenzentrumsökosystem stärken

Auf dem zweiten jährlichen AI Compute Summit, der am 19. Mai 2026 von Economist Enterprise in Amsterdam veranstaltet wurde, diskutierten Branchenexpert*innen in einer von FM gesponserten Podiumsdiskussion, welche Auswirkungen dieser Wandel auf die Zukunft der Rechenzentrumsentwicklung und Resilienz hat.
Eine Erkenntnis zog sich durch die gesamte Diskussion: Der Zugang zu Energie hat die Verfügbarkeit von Grundstücken und die Anbindung an Glasfasernetze als wichtigste Entwicklungshemmnisse abgelöst. Rechenzentrumsbetreiber müssen zunehmend dort bauen, wo ausreichend Energie zur Verfügung steht, oder neue Wege finden, Strom selbst zu erzeugen und zu steuern. Damit wird die Resilienz der Energieversorgung bereits in den frühesten Projektphasen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.
„Die Resilienz der Energieversorgung ist zum entscheidenden Erfolgsfaktor im KI-Compute-Ökosystem geworden“, sagt Sandor Becz, Senior Vice President Research bei FM.
Die Energieversorgung im Wandel
Rechenzentren entwickeln zunehmend eine wechselseitige Beziehung zum Stromnetz. Sie verbrauchen nicht nur Energie, sondern können ihren Bedarf flexibel anpassen, selbst Strom erzeugen und so zur Stabilisierung von Angebot und Nachfrage beitragen. Gleichzeitig setzen Entwickler verstärkt auf hybride Energiekonzepte, die Netzanschlüsse mit lokaler Stromerzeugung, erneuerbaren Energien und Batteriespeichern kombinieren.
Im Gigawatt-Maßstab bringt diese Entwicklung jedoch neue Herausforderungen mit sich. Rechenzentren belasten bestehende Stromnetze erheblich und erfordern eine enge Zusammenarbeit mit Energieversorgern und Behörden, um die Stabilität der Netze zu gewährleisten.
Unterbrechungen der Stromversorgung stellen dabei die größte Herausforderung für die Resilienz dar. Herkömmliche Notstromkonzepte reichen in dieser Größenordnung möglicherweise nicht mehr aus.
„Das Geschäftsmodell muss berücksichtigen, dass eine hundertprozentige Ersatzstromversorgung nicht jederzeit gewährleistet sein wird“, sagt Adrian Oxley, Principal Engineer bei FM.
Entwickler und Betreiber müssen daher verstehen, welche Folgen es hat, wenn einzelne Teile eines Systems ausfallen. Können Ausfälle auf Teilbereiche begrenzt werden? Welche Prozesse sind vorrangig? Wie schnell kann der vollständige Betrieb wiederhergestellt werden?
Diese Fragen sollten lange vor der Inbetriebnahme einer Anlage beantwortet werden.
Resilienz von Anfang an mitdenken
FM unterstützt Kunden dabei mit FM Intellium, einer Lösung, die Versicherungskapazität, Engineering-Kompetenz und wissenschaftliche Forschung miteinander verbindet, um Risiken im gesamten Rechenzentrumsökosystem zu managen.
FM Intellium wurde speziell für Rechenzentren und ihre vernetzte Infrastruktur entwickelt und basiert auf mehr als 25 Jahren Erfahrung in den Bereichen Versicherung und Risikoberatung für Rechenzentren. Heute tragen FM Ingenieur*innen zum Schutz von mehr als 1.500 Rechenzentren mit einem Gesamtwert von rund 620 Mrd. USD bei.
Der ganzheitliche Ansatz von FM Intellium basiert auf drei zentralen Faktoren: Standort, Schutz und Menschen. Der Standort einer Anlage, der Schutz ihrer vernetzten Systeme und die Vorbereitung der Mitarbeitenden auf Störungen können maßgeblich darüber entscheiden, wie resilient sie gegenüber Unterbrechungen ist.
FM Intellium unterstützt Kunden über den gesamten Lebenszyklus eines Rechenzentrums hinweg, beginnend mit der Standortauswahl und der Bauphase, in denen die Möglichkeiten zur Risikominderung am größten sind. FM Ingenieur*innen arbeiten eng mit den Kunden zusammen, um die Ziele, Rahmenbedingungen und Betriebsumgebung jeder Anlage genau zu verstehen.
Durch die Analyse von Abhängigkeiten zwischen Dateninfrastruktur, Energieversorgung und erneuerbaren Energiequellen lassen sich Schwachstellen identifizieren, potenzielle Auswirkungen von Störungen bewerten und gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz entwickeln. Dieser partnerschaftliche Ansatz verbindet das Wissen der Kunden über ihre Geschäftsprozesse mit der Engineering-Kompetenz von FM, um maßgeschneiderte Resilienzstrategien für jedes einzelne Projekt zu entwickeln.
Die technische Expertise von FM basiert zudem auf wissenschaftlicher Forschung zu Technologien, die den Betrieb von Rechenzentren zunehmend prägen. Dazu gehören Flüssigkeitskühlung, unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme, die Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien und Automatisierung.
Ebenso wichtig ist der Faktor Mensch. Menschliche Fehler tragen zu bis zur Hälfte aller Ausfälle in Rechenzentren bei. FM Intellium unterstützt Kunden deshalb dabei, neben der physischen Infrastruktur auch betriebliche Risiken zu bewerten, einschließlich der Menschen und Prozesse, die den zuverlässigen Betrieb dieser hochentwickelten Systeme sicherstellen.
Vom Energieverbraucher zur Energieressource
Wer die Bedürfnisse und Chancen einer Region frühzeitig in die Projektentwicklung einbezieht, kann nicht nur greifbare Vorteile schaffen, sondern auch tragfähige Beziehungen zu den Menschen vor Ort aufbauen.
Mit entsprechender Planung kann beispielsweise die erhebliche Abwärme von Rechenzentren zu einer wertvollen Ressource werden. Wer Anlagen in der Nähe von Wohn- oder Gewerbegebieten errichtet, schafft Möglichkeiten, diese überschüssige Wärme in der Umgebung zu nutzen.
Dasselbe standortspezifische Denken ist auch für die Resilienz von Rechenzentren insgesamt entscheidend. Netzstabilität, Naturgefahren, Ressourcenverfügbarkeit und regulatorische Anforderungen unterscheiden sich von Standort zu Standort und sollten daher bereits bei der Standortauswahl sorgfältig berücksichtigt werden.
Während der Diskussion auf dem AI Compute Summit sprach sich Becz dafür aus, auf pauschale Regulierungsvorgaben zu verzichten und Rechenzentren die notwendige Flexibilität zu geben, standortspezifische Risiken zu adressieren und auf lokale Anforderungen zu reagieren.
FM Intellium greift auf die weltweite Erfahrung von FM in all diesen Bereichen zurück und unterstützt Kunden dabei, die jeweilige Kombination aus Naturgefahren, Energie- und Wasserverfügbarkeit, Infrastrukturabhängigkeiten und betrieblichen Herausforderungen eines Standorts zu bewerten.
Resilienz für die Zukunft schaffen
Moderne Rechenzentren sind Teil eines komplexen, eng vernetzten Ökosystems aus Daten- und Recheninfrastruktur, Energieerzeugung, Versorgungsunternehmen, erneuerbaren Energien, Kühlsystemen, Lieferketten und lokalen Gemeinschaften.
Während die Branche mit Hochdruck die Infrastruktur für die nächste Generation digitaler Anwendungen aufbaut, wird Resilienz entscheidend dafür sein, wie weit und wie nachhaltig dieses Wachstum erfolgen kann.
FM Intellium begleitet Entwickler und Betreiber über den gesamten Lebenszyklus dieses Ökosystems hinweg und hilft ihnen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, ihre Resilienz zu stärken und sich auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten.
Mehr über FM Intellium erfahren Sie hier.