Der Ausbau digitaler Infrastrukturen erfordert resiliente Strukturen
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Der Ausbau digitaler Infrastrukturen erfordert resiliente Strukturen

Veröffentlicht am 18. September 2026


FRANKFURT A.M. – 16. September 2026 – Angesichts des rasanten Ausbaus von Rechenzentren und digitalen Infrastrukturen investieren Unternehmen verstärkt in Resilienz, um diese kritische Branche zu schützen. Dies geht aus einer neuen Studie von Economist Enterprise hervor, die von FM unterstützt wurde. Die weltweite Befragung von 1.800 Führungskräften zeigt jedoch eine deutliche Lücke bei der Vorbereitung auf Krisen: Trotz der zunehmenden Vernetzung von Risiken in Bereichen wie Cybersicherheit, Energieversorgung, Klima und Lieferketten testen nur rund 30 % der Unternehmen Szenarien, in denen mehrere miteinander verknüpfte Risiken gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig verstärken.

Zugleich stehen die Akteur*innen im gesamten Ökosystem digitaler Infrastrukturen unter erheblichem Zeitdruck – von der Entwicklung und dem Betrieb über die Nutzung und Finanzierung bis hin zu unterstützenden Partnern. Unternehmen können ihre langfristige Resilienz stärken, während sie wachsen, Kosten steuern und neue Technologien einführen. So lässt sich sicherstellen, dass Resilienz- und Schutzmaßnahmen während des gesamten Projektlebenszyklus berücksichtigt werden.

Die globale Studie, die 21 Märkte umfasst, zeigt ein anhaltendes Spannungsfeld zwischen Resilienz und kurzfristigen Unternehmenszielen. Zwar geben 75 % der Befragten an, über ein eigenes Budget für Resilienzmaßnahmen zu verfügen, doch fast sieben von zehn (69 %) sehen kurzfristige Finanz- und Wachstumsziele als Hindernis für den weiteren Ausbau ihrer Resilienz.

Für viele Mieter*innen von Rechenzentren müssen Wachstumsziele, Effizienzanforderungen und KI-Initiativen gegen langfristige Resilienzziele abgewogen werden. Dies verdeutlicht die Herausforderung, aktuelle Geschäftsanforderungen mit einer vorausschauenden Risikovorsorge in Einklang zu bringen.

Die Studie zeigt, dass die gravierendsten Störungen immer häufiger durch das Zusammenwirken verschiedener Risiken entstehen. Die daraus resultierenden betrieblichen, finanziellen und geschäftlichen Folgen lassen sich nur schwer vorhersehen, wenn Risiken isoliert betrachtet werden.

„Der Ausbau digitaler Infrastrukturen entwickelt sich außergewöhnlich schnell – von der Standortwahl und der Sicherung der Energieversorgung über den Bau bis hin zur Inbetriebnahme neuer Kapazitäten“, so Christopher Dempsey, Senior Vice President, FM Intellium. „Mit zunehmendem Wachstum besteht die Herausforderung nicht nur darin, einzelne Risiken zu managen, sondern auch zu verstehen, wie Cybervorfälle, Energieengpässe, Klimarisiken und Lieferkettenstörungen in zunehmend vernetzten Systemen zusammenwirken können. Resilienz muss mit dem Wachstum Schritt halten und bereits frühzeitig in wichtige Entscheidungen einbezogen werden.“

Die Studie erscheint zu einer Zeit, in der digitale Infrastrukturen für wirtschaftliche Aktivitäten immer wichtiger werden und zugleich immer stärker mit Energiesystemen, Lieferketten und anderen physischen Infrastrukturen vernetzt sind. Mehr als neun von zehn Befragten (91 %) gaben an, in den vergangenen fünf Jahren von einer erheblichen Störung betroffen gewesen zu sein.

Cyberrisiken zählen weiterhin zu den am häufigsten genannten Bedrohungen: 88 % der Befragten sind überzeugt, dass Cyberangriffe systemische Auswirkungen auf digitale Infrastrukturen haben können, und 87 % sehen in Cyberangriffen eine wahrscheinliche Ursache für Störungen. Als Reaktion darauf haben 91 % der Unternehmen Maßnahmen zur Cybersicherheit eingeführt.

Auch die Verfügbarkeit von Energie entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Herausforderung. Mehr als drei Viertel der Befragten (77 %) nennen Kapazitätsengpässe in den Stromnetzen sowohl als wahrscheinliche Ursache von Störungen als auch als potenzielle systemische Herausforderung. Gleichzeitig setzen 87 % Strategien zur Steuerung ihres Energiebedarfs ein.

Trotz der Vielzahl von Risiken, denen Unternehmen ausgesetzt sind, deutet die Studie darauf hin, dass die Vorbereitung auf mehrere gleichzeitig auftretende Störungen noch vergleichsweise wenig entwickelt ist. Viele Unternehmen testen daher einzelne Bedrohungen isoliert voneinander, obwohl digitale Infrastrukturen zunehmend kaskadierenden Risiken aus den Bereichen Cybersicherheit, Energieversorgung, Klima, Lieferketten und Betrieb ausgesetzt sind.

„Unsere Studie zeigt, wie bereits eine einzelne Einschränkung, beispielsweise begrenzte Netzkapazitäten oder Wasserknappheit, kumulative Folgewirkungen im gesamten Ökosystem digitaler Infrastrukturen auslösen kann“, so Jonathan Birdwell, Global Head of Thought Leadership bei Economist Enterprise.

„Die Herausforderung besteht darin, dass sich alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette in erster Linie auf den Schutz ihres eigenen Standorts oder ihrer eigenen Infrastruktur konzentrieren. Nachhaltige Resilienz entsteht jedoch erst durch das Verständnis der Wechselwirkungen von Risiken über das gesamte System hinweg. Zudem gilt es, die Geschwindigkeit des Wachstums mit langfristigen Begrenzungsfaktoren wie Energie, Flächenverfügbarkeit und Technologie in Einklang zu bringen. Die Lücke zwischen dem Ort, an dem Risiken entstehen – auf Systemebene –, und dem Ort, an dem sie gesteuert werden, zu schließen, wird in den kommenden zehn Jahren eine der entscheidenden Herausforderungen für die Branche sein“, ergänzt Birdwell.

Zur Studie: https://insights.economistenterprise.com/technology-innovation/built-for-what's-next/designing-resilience-into-digital-infrastructure

Über die Studie

Built for what’s next ist ein Forschungsprogramm von Economist Enterprise, das vom globalen Industriesachversicherer FM unterstützt wird. Untersucht wird, wie Risiken in den Bereichen Energie, Personal und Technologie zusammenwirken und digitale Infrastrukturen beeinträchtigen können sowie wie sich Unternehmen auf solche Belastungen vorbereiten können.

Die Analyse basiert auf Interviews mit internationalen Branchenexpert*innen, einer Expertenrunde sowie einer Befragung von 1.800 Führungskräften entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Rechenzentren in 21 Ländern: Australien, Belgien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Indien, Italien, Malaysia, die Niederlande, Saudi-Arabien, Singapur, Südkorea, Spanien, Schweden, die Schweiz, Thailand, die Vereinigten Arabischen Emirate, das Vereinigte Königreich und die USA. Die Befragung wurde zwischen Februar und April 2026 durchgeführt.

Das Programm ist Teil der Initiative Resilient Futures von Economist Enterprise, die politische Entscheidungsträger*innen und Führungskräfte mit fundierten Erkenntnissen und klaren Entscheidungsgrundlagen dabei unterstützen soll, sich von einer fortlaufenden Krisenbewältigung zu lösen und stattdessen systemische Veränderungen voranzutreiben.

Über FM

FM ist ein führender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und wurde vor fast zweihundert Jahren gegründet. Seit nahezu fünfzig Jahren verfügt das Unternehmen über eine Niederlassung in Deutschland. Das Kapital, die wissenschaftliche Forschung und das umfangreiche Fachwissen der Versicherung im Bereich Engineering dienen ausschließlich dem Risikomanagement und der Resilienz der Kunden des Unternehmens, die zugleich Miteigentümer von FM sind. Sie teilen dessen Meinung, dass die meisten Schäden vermeidbar sind. Zu den Versicherungsnehmern zählen viele der weltweit größten Organisationen, u. a. ein Viertel der Fortune-500-Unternehmen. Sie kooperieren mit FM, um ein besseres Verständnis für die Gefahren zu erlangen, die ihren Geschäftsbetrieb beeinträchtigen könnten, und um kosteneffektive Entscheidungen in Bezug auf ihr Risikomanagement treffen zu können, die auf einer Kombination aus Schadenverhütung und Versicherungsschutz beruhen.